03.02.2019 18:54 Age: 107 days
Category: Aktuelles

Ein Bericht aus dem Wandercafé

Mahdi, ein regelmäßiger Teilnehmer an unseren Wanderungen, hat einen lesenswerten Bericht über das Wandercafé verfasst. Lesen Sie selbst!


 

Ich bin Mahdi und ich bin ein Flüchtling. Seit zweieinhalb Jahren bin ich in Hennef. Als ich hierher gekommen bin, wusste ich gar nicht, was soll ich machen. Damals hatte ich keine Schule und Arbeit. Ich wollte nicht, dass es immer so bleibt, deswegen habe ich gesucht, ein Hobby zu finden oder einen Sport. Das Sozialamt hat es mir vorgeschlagen und ich habe mich in den verschiedenen Gruppen angemeldet.

Eine von diesen Gruppen war die Wandergruppe. Zuerst wollte ich nicht so oft dabei sein. Ich habe nicht gedacht, dass ich bei dieser Gruppe bleibe.

Die Leute sind nett und hilfreich und man kann viel lernen und immer neue Leute kennenlernen.

Früher waren sie für mich wie eine Gruppe, aber jetzt sind sie wie eine Familie. Sie planen jede Woche eine neue Strecke. Manchmal starten wir die Wanderung direkt von Interkult, manchmal fahren wir zuerst zu einer anderen Strecke.

Ich habe viel über Natur und auch die Kultur gelernt.

Leider gibt es bei uns in der Gruppe nicht so viele Flüchtlinge. Vielleicht denken sie, die Wanderung ist typisch deutsch, aber wir wandern auch in meinem Heimatland.

Ich finde, man soll ich ein bisschen bewegen und Handys vermeiden, einmal hochklettern, einmal die Sonne genießen, einmal auf Matsch treten.

Das ist das echte Leben, nicht nur sitzen und in das Handy gucken.

Es gibt bei uns ein Sprichwort, das heißt: Wenn Eisen nicht benutzt wird, es bekommt Rost.

Außerdem haben wir viele schöne Fotos, die ich persönlich in einem separaten Ordner gesammelt habe.

Und zum Schluss haben wir Kaffee und Süßigkeiten.




© INTERKULT Hennef